Haustierkämpfe in WoW Midnight: abgeschafft? Was wirklich stimmt

Seit Midnight liest man überall, Blizzard habe die Haustierkämpfe abgeschafft. Wir haben nachgesehen – im offiziellen Blizzard-Beitrag, in der Datenbank und im Spiel selbst. Das Ergebnis ist differenzierter: Der Kampfteil wird nicht mehr weiterentwickelt, bleibt aber vollständig erhalten, und im Vorpatch kamen sogar drei neue Haustierkampf-Erfolge dazu. Von den sieben handelbaren Midnight-Haustieren können sechs kämpfen – eines nicht.

Die Kurzfassung

Seit dem Erscheinen von Midnight liest man immer wieder, Blizzard habe die Haustierkämpfe abgeschafft. Das stimmt so nicht – aber es stimmt auch nicht, dass sich nichts geändert hätte. Vier Punkte, alle belegbar:

  • Der Kampfteil wird nicht mehr weiterentwickelt. Neue Haustierkampf-Weltquests kommen nicht mehr dazu, und die meisten neu hinzugefügten Haustiere haben überhaupt keine Fähigkeiten.
  • Wilde Haustiere fängt man in den Midnight-Gebieten per Klick. Kein Kampf, kein Käfig – anklicken, im Beutel nachsehen, erlernen.
  • Das bestehende System bleibt vollständig erhalten. Kämpfe, Trainer und Erfolge aus allen früheren Erweiterungen funktionieren unverändert.
  • Im Vorpatch kam sogar etwas dazu: drei neue Familienkämpfer-Erfolge samt drei neuen Haustieren als Belohnung.

Was Blizzard wirklich gesagt hat

Zu diesem Thema gibt es genau eine offizielle Äußerung. Sie erschien am 6. Oktober 2025 als Forenbeitrag im Testforum zu Midnight. Der Kern im Wortlaut:

„The Pet Battle system is being iterated on in Midnight … For players who love to do pet battle combat, that will be available … There will be some new pets in Midnight that are capable of battling. All parts of the pet battle system that were implemented in previous expansions should continue to operate as they have before."

Blizzard, Forenbeitrag vom 6. Oktober 2025

Sinngemäß: Das System werde überarbeitet. Wer den Kampfteil mag, könne ihn weiterhin spielen. Es werde in Midnight einige neue kampffähige Haustiere geben. Und alles, was in früheren Erweiterungen eingebaut wurde, laufe unverändert weiter.

Als Begründung nennt derselbe Beitrag die Nutzung: Man habe gesehen, dass immer weniger Spieler Freude am Kampfteil hätten. Von „abschaffen", „entfernen" oder „abschalten" ist an keiner Stelle die Rede.

Eine Einordnung, die selten mitgeliefert wird: Der Beitrag stammt von einem Community-Manager, nicht vom Spieldirektor. Und er ist auf dem Stand der Testphase vom Oktober 2025 – seit dem Livegang hat sich Blizzard nicht erneut dazu geäußert.

Was sich tatsächlich geändert hat

Wilde Haustiere fängt man jetzt per Klick

Das ist die auffälligste Änderung. Wer früher ein wildes Haustier wollte, musste es im Kampf schwächen und einfangen. In den Midnight-Gebieten klickt man es stattdessen einfach an; es landet im Beutel und wird von dort erlernt.

Das gilt nur für die neuen Gebiete. In den alten Zonen bleibt es beim Kampf.

Die meisten neuen Haustiere sind „friedlich"

Ein großer Teil der in Midnight hinzugekommenen Haustiere hat keine Fähigkeiten mehr und kann deshalb nicht kämpfen. In der Datenbank stehen sie als friedliche Begleiter.

Aber eben nicht alle: Ein Teil der Neuzugänge hat sehr wohl vollständige Fähigkeiten. Das deckt sich mit dem, was Blizzard angekündigt hatte – und es ist der Grund, warum die pauschale Aussage „die neuen Haustiere können nicht kämpfen" falsch ist. Weiter unten stehen sieben Beispiele, bei denen sich das konkret nachrechnen lässt.

Die Seltenheit liegt fest

Früher ließ sich ein gefangenes Haustier über Kämpfe auf eine bessere Qualitätsstufe bringen. Bei den neuen Wildfängen geht das nicht mehr: Die Seltenheit ist fest vergeben und lässt sich nicht mehr aufwerten. Sie sagt jetzt eher etwas darüber aus, wie schwer das Tier zu finden ist – seltene Exemplare tauchen teils nur alle ein bis drei Stunden auf.

Was unverändert weiterläuft

Hier liegt der eigentliche Kern des Missverständnisses. Wer eine gewachsene Sammlung und ein eingespieltes Kampfteam hat, verliert davon nichts:

  • Alle Haustierkämpfe der früheren Erweiterungen funktionieren wie vorher.
  • Sämtliche Haustiertrainer stehen weiterhin dort, wo sie immer standen.
  • Die alten Erfolge lassen sich weiterhin abschließen.
  • Kämpfe gegen andere Spieler sind weiterhin möglich.
  • Das wöchentliche Bonusereignis für Haustierkämpfe läuft weiter.

Und im Vorpatch kam sogar Neues dazu

Das Argument, das die Behauptung von der Abschaffung am deutlichsten widerlegt: Am 1. Februar 2026 – also mit dem Vorpatch zu Midnight – wurden neue Haustierkampf-Erfolge eingebaut. Drei Stück, jeder mit einem eigenen Haustier als Belohnung:

  • Familienkämpfer der Östlichen Königreiche – 12 Trainer, nur mit einem Allianz-Charakter, belohnt mit dem Kernhund Byrn.
  • Familienkämpfer von Kalimdor – 12 Trainer, nur mit einem Horde-Charakter, belohnt mit dem Feendrachen Mondflitzer.
  • Familienkämpfer von Nordend – 6 Trainer, mit beiden Fraktionen, belohnt mit dem kleinen Neruber Webi.

Wer beide Erfolge der Alten Welt schafft, bekommt zusätzlich ein Spielzeug mit Haustierbefehl. Und der Aufwand hat es in sich: Jeden Trainer muss man einmal je Haustierfamilie besiegen – bei zehn Familien und nur einem Versuch pro Trainer und Tag sind das mindestens zehn Spieltage.

Das ist das Gegenteil von „abgeschafft". Wer die dafür nötigen Teams zusammenstellen will, findet die Grundlagen in unserer Kontertabelle aller zehn Haustiertypen.

Drei Gerüchte im Faktencheck

1. „Die Haustierkämpfe wurden abgeschafft"

Falsch. Diese Formulierung stammt aus Schlagzeilen, die der eigene Artikeltext nicht trägt – teilweise steht wenige Absätze darunter das genaue Gegenteil. Blizzard schreibt ausdrücklich, der Kampfteil bleibe verfügbar, und im Vorpatch kamen wie oben beschrieben neue Kampf-Erfolge dazu.

Richtig ist die schwächere Aussage: Der Kampfteil wird nicht mehr weiterentwickelt.

2. „Der Spieldirektor hat es in einem Interview gesagt"

Unbelegt. Eine einzige Seite schreibt die Aussage dem Spieldirektor Ion Hazzikostas zu – als Wiedergabe aus zweiter Hand, ohne wörtliches Zitat, ohne Link und mit dem Zusatz „angeblich". Vier andere Redaktionen kennen diese Zuschreibung nicht; sie führen die Aussage als das, was sie ist: ein Forenbeitrag. In den ausgewerteten Interviews und Fragerunden mit Hazzikostas aus demselben Zeitraum kommen Haustierkämpfe überhaupt nicht vor.

3. „Es sind genau 18 neue Haustiere, die kämpfen können"

Nachweislich falsch gerechnet. Diese Zahl geht auf einen Leserkommentar zurück, der auf einer Übersichtsseite gezählt hat, wie oft dort „friedlich – kann nicht kämpfen" steht, und das von der Gesamtzahl abgezogen hat. Die beiden Zahlen beziehen sich aber auf unterschiedliche Stände, und die Seite wird laufend ergänzt – die Rechnung ändert sich mit jeder Aktualisierung.

Weder Blizzard noch eine der Fachseiten hat je eine Zahl genannt. Wir nennen deshalb auch keine.

Die sieben handelbaren Midnight-Haustiere – und wer davon kämpft

So weit die Theorie. Konkret nachprüfen lässt sich das an den sieben Midnight-Haustieren, die bei uns im Sortiment stehen. Wir haben zu jedem den Datenbankeintrag nachgeschlagen: Sechs von sieben haben vollständige Kampffähigkeiten, eines nicht.

Blitzbach
✓ kampffähig
Wildtier · Ruf: Die Singularität
Drachenfalkenmampferchen
✓ kampffähig
Drachkin · Ruf: Hof in Silbermond
Neugieriges Luchsjunges
✓ kampffähig
Wildtier · Leerenangriff: Immersangwald
Prinzessin Blutfang
✓ kampffähig
Wildtier · Beute von Dame Blutfang
Überladener Manaling
✓ kampffähig
Magie · Ritualstätte: Säbelflossenspitze
Zappelndes Capybara
✓ kampffähig
Wildtier · Leerenangriff: Zul'Aman
Voldy
friedlich – kämpft nicht
Elementar · Beutezug: Konstrukt V'anore

Die sechs Kämpfer

Blitzbach und Drachenfalkenmampferchen stammen aus den Ruf-Belohnungen und bringen je sechs Fähigkeiten mit. Neugieriges Luchsjunges und Zappelndes Capybara fallen aus den Leerenangriffen, Prinzessin Blutfang von einem seltenen Gegner im Immersangwald und der Überladene Manaling aus einer Ritualstätte.

Und das sind keine Alibi-Werte: Das Zappelnde Capybara steht auf Stufe 1 mit 156 Leben, 13 Angriff und 9 Tempo im Haustierführer, dazu sechs Fähigkeiten mit Abklingzeiten – also genau das, was ein Kampfhaustier ausmacht. Alle sechs lassen sich ganz normal ins Team stellen und hochspielen.

Der eine Friedliche

Voldy ist der Gegenbeweis in die andere Richtung. Im Haustierführer steht bei ihm statt der Werte schlicht ein Satz:

„Diese Kreatur kann nicht kämpfen"

Keine Leben, keine Angriffswerte, keine Fähigkeiten – ein reiner Begleiter, ein kleiner Leerenwandler, der einem hinterherschwebt. Wer ihn ins Kampfteam stellen will, wird enttäuscht; wer ihn wegen des Aussehens will, bekommt genau das.

Was das für Sammler heißt

Für die Sammlung ändert sich wenig, für den Kampf einiges. Drei praktische Folgerungen:

  • Sammeln geht schneller. Ein Klick statt eines Kampfes – die wilden Midnight-Haustiere hat man deutlich zügiger zusammen als früher.
  • Wer kämpfen will, sollte auf die Fähigkeiten achten. Bei Neuzugängen lohnt der Blick, ob überhaupt welche hinterlegt sind. Wir schreiben es bei den Midnight-Haustieren oben dazu.
  • Der Bestand behält seinen Wert. Ein durchgeleveltes Team aus früheren Erweiterungen funktioniert unverändert – und wird für die neuen Familienkämpfer-Erfolge sogar gebraucht.

Alle sieben Midnight-Haustiere findet Ihr gebündelt in der Kategorie Midnight – wie immer wahlweise auf Stufe 1 oder direkt auf Stufe 25. Wer lieber in Richtung Sammlerstücke schaut: In unserem Beitrag über die 15 seltensten Haustiere in WoW stehen die Tiere, an die man im Spiel gar nicht mehr herankommt.

Grundlage dieses Beitrags: der offizielle Blizzard-Forenbeitrag vom 6. Oktober 2025, Wowheads Haustier-Guide zu Patch 12.0 in der Fassung vom 28. April 2026, die einzelnen Datenbankeinträge zu den sieben genannten Haustieren – und eine Gegenprobe im Spiel selbst: Wir haben die Werte im Haustierführer nachgesehen, statt sie abzuschreiben. Behauptungen, die sich nur auf eine einzige Quelle stützen, haben wir als solche gekennzeichnet oder weggelassen. Stand: August 2026.